Natürlich freut sich jeder Athlet bei Olympia über eine Medaille und die Zuschauer freuen sich mit ihm. Jeder auf sein Art und jeder mehr oder weniger offen. Das macht die Olympiade schließlich überhaupt aus, die Emotion über gute Leistungen oder die Tragik bei Fehlschlägen. Ich bin da gerne mit dabei, fiebre, leide und freu mich mit. Meist aber freut man sich, die Journalisten berichten und dann geht es auch schon wieder weiter, nicht anhaltendes also.
Beim Sieg von Mathias Steiner ging es mir dann aber doch anders. Per Zufall hatte ich vor dem eigentlichen Wettkampf einen kurzen Bericht über den 25-jährigen Schwergewichtler Matthias Steiner gesehen. Sympathischer Mann, aber da gibt es viele. Was ihn aber besonders (tragisch) macht ist der Schicksalsschlag, der ihn besonders und zum Helden macht. Steiner verlor bei einem Verkehrsunfall seine Frau. Dieser Schicksalsschlag brachten ihn erst recht dazu, um die Medaille zu kämpfen, und sie seiner Frau zu widmen.
Als es dann, nach einem packenden Kampf mit den Gewichten vollbracht und die Goldmedaille gesichert war und sich dieser Bär von Mann und sein nicht weniger kräftiger Bär von Trainier Frank Mantek auf der Bühne vor Freude hüpften und sich in den Arm nahmen wie kleine Buben, waren sie da, die Emotionen, diese ungebrochene Freude, ohne Show oder künstlicher Übertriebenheit. Und Steiner? Er hat sein Versprechen war gemacht und sein immer mitgeführtes Bilder seiner verstorbenen Frau mit auf das Treppchen genommen und vor sich gehalten, ebenso wichtig wie die Goldmedaille, wenn nicht noch wichtiger.
Ich geben zu, feuchte Augen ließen sich nicht vermeiden …. Und das sind die olympischen Momente, von denen diese Großveranstaltung namens Olympiade nach wie vor lebt, Kommerz hin, Doping her!
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